/// 14. Mai /// Vortrag mit Kirsten Achtelik

Vortrag über aktuelle Debatten um das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und Informationen/Austausch zu geplanten Aktionen rund um den „Schwei­ge­marsch für das Leben“ am 26. Mai in Annaberg-Buchholz

Beginn 20 Uhr in der Joseph_ine / Josephstraße 12 / Lindenau

Vortrag von Kirsten Achtelik
Der §218 – zwi­schen Recht auf Ab­trei­bung und „Le­bens­schüt­zern“

Ob­wohl Schwan­ger­schafts­ab­brü­che immer noch als De­lik­te im Straf­ge­setz­buch ge­führt wer­den und die Rah­men­be­din­gun­gen kei­nes­wegs un­pro­ble­ma­tisch sind, war das Thema lange kein Ge­gen­stand ge­sell­schaft­li­cher De­bat­ten mehr. Oft wird damit eher eine Aus­ein­an­der­set­zung der Frau­en­be­we­gung der sieb­zi­ger Jahre as­so­zi­iert, als ein ge­gen­wär­ti­ges Pro­blem. Al­ler­dings geben die ak­tu­el­len De­bat­ten über Spät­ab­trei­bun­gen und Prä­na­tal­dia­gnos­tik An­lass, die The­ma­tik wie­der ge­nau­er in Au­gen­schein zu neh­men – ver­su­chen doch auch fun­da­men­ta­lis­ti­scher Ab­trei­bungs­geg­ner_in­nen ver­stärkt, die Deu­tungs­ho­heit über den Schwan­ger­schafts­ab­bruch zu­rück zu ge­win­nen.

Be­son­ders im Hin­blick auf den „Schwei­ge­marsch für das Leben“, der Ende Mai von selbst­er­nann­ten Le­bens­schüt­zer_in­nen in Annaberg-Buchholz ver­an­stal­tet (und von Pro-​Choice Ge­gen­de­mons­tra­tio­nen be­glei­tet) wird, wol­len wir die Dis­kus­si­on wie­der auf­le­ben las­sen und zur Teil­nah­me an Ge­gen­ak­tio­nen auf­ru­fen.

Zur Re­fe­ren­tin: Kirs­ten Ach­te­lik ist Jour­na­lis­tin und So­zi­al­wis­sen­schaft­le­rin. Sie be­schäf­tigt sich mit se­xu­el­len und re­pro­duk­ti­ven Rech­ten und ist seit Jah­ren in der Mo­bi­li­sie­rung gegen den „Marsch für das Leben“ in Ber­lin aktiv.

märz

05.märz // Veranstaltung zu Care Revolution // 19 – 21 uhr // Es sprechen Personen von: AK Reproduktion und AG Antrag

Alle reden von der Krise – Wir sprechen von den Lebensbedingungen der Menschen
Darum: Aktionskonferenz Care Revolution
Her mit dem guten Leben – für alle weltweit!

Soziale Reproduktion betrifft uns alle – es geht um unser Leben, unseren Alltag: Wie und mit wem wollen wir wohnen? Wie sorgen wir für uns und andere? Wie wollen wir gepflegt werden und wie kann gute Gesundheitsversorgung aussehen?
Viele Menschen arbeiten in diesen Bereichen – einige bezahlt, andere unbezahlt. Wir alle sind darauf angewiesen. Wie also können die Lebensverhältnisse so gestaltet werden, dass sie unseren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen?

Krise sozialer Reproduktion
Um für uns und andere zu sorgen, brauchen wir Zeit und Ressourcen aller Art. Der Alltag ist oft eher bestimmt von überlangen Arbeitstagen, Stress und Sorgen um eine ungewisse Zukunft. Ein gutes Leben steht vielfach im Widerspruch zur Konkurrenz und Profitlogik des neoliberalen Kapitalismus. Es zählt, was uns zu flexiblen, kompetenten, leistungsstarken Arbeitskräften macht. Für die aufwendige und häufig unsichtbare Arbeit des Sorgens fehlen Kapazitäten und Wertschätzung.
Manche Lebensweisen und Sorgebeziehungen müssen überhaupt um gesellschaftliche Anerkennung ringen.
Viele setzen sich in den letzten Jahren für Veränderungen ein: in Gesundheit und Bildung, Kinderbetreuung und Pflege, in kämpfen um bezahlbaren Wohnraum, gegen Armut und Diskriminierung, für Zeitsouveränität und Freiräume. Nur wenn es uns gelingt, diese individuellen und kollektiven Anstrengungen als gemeinsame zu denken und zum Ausgangspunkt unseres politischen Handelns zu nehmen, können wir der dominanten Krisenpolitik etwas entgegen setzen. Politische und
ökonomische Verhältnisse, in denen wir mit unseren Sehnsüchten keinen Platz haben, müssen erneuert und transformiert werden.

Wir laden ein zur Aktionskonferenz:
Austausch ++ Vernetzung ++ Organisierung ++ Stärkung ++ Aktion
http://care-revolution.site36.net/
Freitag, 14. März 2014, 14 Uhr bis Sonntag 16. März 2014, 15 Uhr in Berlin
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

Um Anmeldung wird gebeten an: care-revolution@riseup.net

februar

05. februar // offener Tresenabend und Diskussionsrunde zur Notwendigkeit von FLT*-Räumen und -Veranstaltungen

12. februar // of­fe­ner Tre­sen­a­bend ab 20 uhr

of­fe­nes Pro­gramm-​Ple­num ab 21 uhr

19.februar // film // „secret years“ // Ungarn, 2009, R: Mária Takács

Hungarian women between 45 and 70 talk about „the secret years“ – their lives as lesbians under Communism and ever since. Stories about the repression of the 1960s and 1970s, the emerging subculture and alternative scene of the 1980s; the political movements for minority rights of the 1990s, up to the present, where democratic values are being threatened by nationalist violence.

Nachdem der Film am 08. Januar ausgefallen ist, wird er nun doch gezeigt.

26.februar // of­fe­ner Tre­sen­a­bend ab 20 uhr

with friendly music support // by L_Sa // female vocalist / electronic / dreampop / indie

januar

08. januar // film // „secret years“ // Ungarn, 2009, R: Mária Takács

Hungarian women between 45 and 70 talk about „the secret years“ – their lives as lesbians under Communism and ever since. Stories about the repression of the 1960s and 1970s, the emerging subculture and alternative scene of the 1980s; the political movements for minority rights of the 1990s, up to the present, where democratic values are being threatened by nationalist violence.

15. januar // of­fe­ner Tre­sen­a­bend ab 20 uhr

of­fe­nes Pro­gramm-​Ple­num ab 21 uhr

22.januar // of­fe­ner Tre­sen­a­bend ab 20 uhr

29. januar // Film: „Sobibor“ (Claude Lanzmann), 91 Minuten, hebr. und franz. mit dt. Untertiteln

Der 27. Januar ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Aus diesem Anlass möchten wir den Doku-Film Sobibor von Claude Lanzmann schauen, der anhand von Gesprächsaufzeichnungen mit einem damaligen Lagerinsassen den Aufstand von Häftlingen im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen am 14. Oktober 1943 nachzeichnet.

Filmrezession

dezember

04. dezember // Kneipenabend ab 20 uhr

als Gästin: Lilith_La_Gnu an den Plattentellern (LE/Serengeti), EmoTechno,PopElektro,ExperimentalPop

11. dezember // Remembering 2013: ein verRückblick auf radikale kollektive Care Praxen
17.30 – 20 Uhr, im Anschluss Bar

2013… Lang her!! Kannst du dich erinnern, wie damals unsere radikalen politischen Praxen aussahen? Und welche Rolle die Sorge darin spielte?

Wie haben wir uns damals organisiert? Wie haben wir uns gegenseitig unterstützt? Welche Strukturen und Netzwerke haben wir entwickelt? Wie sind wir miteinander umgegangen und wo haben wir uns verortet? Was hat sich seit 2013 geändert?

Ausgehend von diesen Fragen veranstalten wir am 11.12 eine kollektive Reise in die Zukunft, mit Hilfe von Manuela, einer Hostess des Future Archive. Wir laden Dich ein auf eine Reise in die Zukunft/Vergangenheit, in der wir uns spielerisch an 2013 erinnern werden. Science Fiction meets radical imagination – alle sind herzlich eingeladen! Es braucht keinerlei Vorbereitung, Vorwissen oder Hellsehfähigkeiten!

Bitte meldet Euch bis zum 10.12. an unter sozialefabrik@gmail.com.

www.futurearchive.org
www.radicalcollectivecare.blogspot.de/

Ein Projekt von SOZIALE FABRIK in Kooperation mit Klasse Bewusstsein und AG Russland, finanziert durch die Rosa Luxemburg Stiftung.

18. dezember // film // „Ångrar­na / Reg­ret­ters“

schwe­den / 2010 / R: Mar­cus Lin­de­en /
Ori­gi­nal­ton mit eng­li­schen Un­ter­ti­teln

nachdem wir diese doku bereits am 18. november zu unserem EfA-abend gezeigt haben, möchten wir sie gern noch einmal wiederholen, da sicherlich einige keine gelegenheit hatten sie zu sehen und wir sie sehr beeindruckend und anregend fanden

der film lief 2010 auf der dok-leipzig mit folgender beschreibung:
Es gibt Entscheidungen, die alles verändern. Man mag sie bereuen, doch kann man das Rad der Zeit zurückdrehen und wieder werden, wer man war? Auf der Bühne sitzen sich zwei Männer gegenüber. In der klar definierten Studiosituation gibt es nichts außer ihren Gesichtern und Geschichten. In alten Dias und Filmen erscheinen zwei Frauen – die Personen, die sie nach einer Geschlechtsumwandlung waren und nun nicht mehr sein wollen. Vom Mann zur Frau und zurück: Wenn jemand weiß, was Gender wirklich heißt, dann diese beiden. Denn es sind keine Geschichten vom Leben im falschen Körper, sondern vom Anderssein und dem Versuch, sich – notfalls mittels Veränderung des eigenen Körpers – in gesellschaftliche Rollenmuster fügen zu können. Es sind Geschichten von Diskriminierung – als Schwuler, als „unmännlicher“ Mann und später als Frau sowieso – und von der unauslöschbaren Sehnsucht, als Mensch anerkannt zu sein, dazuzugehören. Ein Film, der so ungewöhnlich ist wie seine Entstehung: Nach langen Gesprächen mit Mikael und Orlando schrieb Marcus Lindeen ein Theaterstück, das er in Stockholm inszenierte, bevor es in mehrere Sprachen übersetzt und erfolgreich u.a. in Deutschland aufgeführt wurde. Daraufhin traten die Protagonisten auf eigenen Wunsch vor die Kamera, um ihre Geschichten ungefiltert und selbst zu erzählen. Und treffen den Zuschauer damit ins Herz: Nicht, weil sie so unglaublich sind, sondern weil jede/r von uns sich entscheiden muss, innerhalb oder außerhalb der Normen glücklich zu werden. Und welchen Preis man dafür zu zahlen bereit ist.

Link zum Trailer
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november

06. november // Vortrag von meine frauengruppe // Emanzipation in Fesseln: BDSM und Feminismus
offen ab 20 uhr // beginn 21 uhr

Vor­trag und Dis­kus­si­on mit Anna Kow

Wenn Se­xua­li­tät in einer pa­tri­ar­cha­len Ge­sell­schaft immer auch „Spie­gel und In­stru­ment der Un­ter­drü­ckung der Frau­en“ ist – was ist dann ei­gent­lich BDSM?
Bon­da­ge & Di­sci­pli­ne, Do­mi­nan­ce & Sub­mis­si­on, Sa­dism & Ma­so­chism – klingt erst mal nicht nach ein­ver­nehm­li­cher Se­xua­li­tät zu bei­der­lei Ver­gnü­gen. Kann eine se­xu­el­le Spiel­art, die Sym­bo­le und Prak­ti­ken von Herr­schaft be­nutzt, trotz­dem eman­zi­pa­to­risch sein? Hat­ten jene Fe­mi­nis­tin­nen der 70er Jahre Recht, die im les­bi­schen Sa­do­ma­so­chis­mus bloß eine be­son­ders per­fi­de Fort­schrei­bung pa­tri­ar­cha­ler Ge­walt­ver­hält­nis­se sahen? Oder muss mit dem sex-​po­si­ti­ven Fe­mi­nis­mus gegen jeg­li­che Be­gren­zung und Be­rei­ni­gung der Se­xua­li­tät ge­kämpft wer­den – für eine se­xu­el­le Selbst­be­stim­mung, die auf lust­vol­ler An­eig­nung und krea­ti­vem Spiel ba­siert?

13. november // offener Tresenabend ab 20 uhr

offenes Programm-Plenum ab 21 uhr

montag, 18. november // joseph_ine trifft EfA // wir kochen für euch und danach gibts nen film

jeden montag gibt es in der bäckerei die EfA (Essen für Alle) und heute versucht joseph_ine mal den kulinarischen anspruch zu erfüllen. ab 19 uhr gibts essen und alle peers sind herzlich eingeladen zum schmausen zu kommen.
und…

ab 21 uhr zeigen wir „Ångrarna / Regretters“ / schweden (2010) / regie: Marcus Lindeen / Originalton mit englischen Untertiteln

der film lief 2010 auf der dok-leipzig mit folgender beschreibung:

Es gibt Entscheidungen, die alles verändern. Man mag sie bereuen, doch kann man das Rad der Zeit zurückdrehen und wieder werden, wer man war? Auf der Bühne sitzen sich zwei Männer gegenüber. In der klar definierten Studiosituation gibt es nichts außer ihren Gesichtern und Geschichten. In alten Dias und Filmen erscheinen zwei Frauen – die Personen, die sie nach einer Geschlechtsumwandlung waren und nun nicht mehr sein wollen. Vom Mann zur Frau und zurück: Wenn jemand weiß, was Gender wirklich heißt, dann diese beiden. Denn es sind keine Geschichten vom Leben im falschen Körper, sondern vom Anderssein und dem Versuch, sich – notfalls mittels Veränderung des eigenen Körpers – in gesellschaftliche Rollenmuster fügen zu können. Es sind Geschichten von Diskriminierung – als Schwuler, als „unmännlicher“ Mann und später als Frau sowieso – und von der unauslöschbaren Sehnsucht, als Mensch anerkannt zu sein, dazuzugehören. Ein Film, der so ungewöhnlich ist wie seine Entstehung: Nach langen Gesprächen mit Mikael und Orlando schrieb Marcus Lindeen ein Theaterstück, das er in Stockholm inszenierte, bevor es in mehrere Sprachen übersetzt und erfolgreich u.a. in Deutschland aufgeführt wurde. Daraufhin traten die Protagonisten auf eigenen Wunsch vor die Kamera, um ihre Geschichten ungefiltert und selbst zu erzählen. Und treffen den Zuschauer damit ins Herz: Nicht, weil sie so unglaublich sind, sondern weil jede/r von uns sich entscheiden muss, innerhalb oder außerhalb der Normen glücklich zu werden. Und welchen Preis man dafür zu zahlen bereit ist.

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20. november // Kneipenabend ab 20 uhr

27. november // film // „mädchen in uniform“ // 20 uhr

An „Mäd­chen in Uni­form“, einem der ers­ten deutsch­spra­chi­gen Ton­fil­me von 1931, lässt auf­hor­chen, dass hier fast aus­schließ­lich Frau­en vor und hin­ter der Ka­me­ra ste­hen und als zen­tra­les Thema das les­bi­sche Be­geh­ren ver­han­delt wird: Die 14-​jäh­ri­ge In­ter­nats­schü­le­rin Ma­nue­la ver­liebt sich in ihre Leh­re­rin – die Ein­zi­ge, die den Zög­lin­gen der mit preu­ßi­scher Stren­ge ge­führ­ten Mäd­chen­schu­le etwas wie mensch­li­che Wärme ver­mit­telt.
Ge­dreht nach einem Thea­ter­stück von Chris­ta Wins­loe, be­sticht „Mäd­chen in Uni­form“ durch die hu­mor­voll-​ex­pe­ri­men­tel­le, avant­gar­dis­ti­sche Her­an­ge­hens­wei­se der Stumm­film­zeit und durch zeit­kri­ti­sche An­spie­lun­gen auf das ge­sell­schaft­li­che Klima der spä­ten Wei­ma­rer Re­pu­blik. Ein wun­der­ba­rer Film, der in kei­nem ci­ne­as­ti­schen Kanon feh­len darf.

Film und Dis­kus­si­on mit Ko­rin­na Lin­ker­hand
Eine Ver­an­stal­tung der In­itia­ti­ve für Se­xua­li­tät und Ge­sell­schaft.

oktober

02. oktober am vorabend des nationalwahnfeiertages bleibt die joseph_ine geschlossen

09. oktober // Vortrag von meine frauengruppe // “Nur in einem schönen Körper steckt ein produktiver Geist”

Wie postfordistische Produktionsbedingungen mit der Herausbildung des Schoenheitsideals der Intimrasur zusammenhaengen.
Theorien über den Körper als Wirkungsort von Macht sind nicht neu. Das dabei analysierte Spektrum reicht von der Vermessung und kontrollierten Modellierung des Arbeiters oder Soldaten bis hin zur Selbstmodifikation und deren Bedingtheiten.
In der Veranstaltung soll anhand des Beispiels der Intimhaarrasur ausführlich diskutiert werden, welche Ursachen das Bestreben der Selbstmodifikation des Körpers im Postfordismus haben kann, und ob oder wie die Produktionsbedingungen bzw. „Der neue Geist des Kapitalismus“ (Boltanski/ Chiapello) das gegenwärtige Schönheitsideal bis in die intimsten Körperregionen beeinflusst. Dabei sollte bewusst sein, dass auch diese Veranstaltung im unauflösbaren Spannungsfeld zwischen öffentlicher Analyse der Machtverhältnisse, die auf den Körper einwirken, und dessen Privatheit steht.

Vortrag und Diskussion mit Florian Krahmer

16. oktober // offener Tresenabend ab 20 uhr

offenes Programm-Plenum ab 21 uhr

23. oktober // Vortrag von meine frauengruppe // „Riot don`t diet“
offen ab 20 uhr // beginn 21 uhr

Die Zahl der an Magersucht, Bulimie und Binge-Eating erkrankten Menschen steigt stetig. Der öffentliche (mediale) Umgang mit diesen extremen Formen der politischen Rebellion lässt an Sensibilität jedoch zu wünschen übrig. Im Vortrag, Kurzfilm und Nachgespräch sollen Antworten darauf gefunden werden, warum Menschen in dieser Gesellschaft hungern, brechen oder fressen; was ihnen hilft und was ihnen schadet. Betroffenen und Angehörigen soll Mut gemacht werden, zu kämpfen – denn mit dem richtigen Verständnis sind Essstörungen überwindbar!

Vortrag + DIY-Kurzfilm über Essstörungen

30. oktober // Foto-Ausstellung Eröffnung //
Visible Silence – Tomboys in Thailand //
ab 20 uhr

Vergangenen Winter war die Sozialarbeiterin und angehende Sexualwissenschaftlerin Milan zwei Monate in Bangkok. Dort knüpfte sie erste Kontakte zu sich selbst als Tomboys bezeichnenden Menschen, über deren Leben und gesellschaftliche Akzeptanz sie eine Masterarbeit schreiben wird.
Jede Nacht war sie in den Straßen Bangkoks unterwegs, auch in den riesigen “Buntlichtvierteln”. In Thailand sind Tomboys (engl.: tomboy = wildes, lebhaftes, auch jungenhaftes Mädchen) keine kleinen Mädchen, die Jungen seien wollen, wie der Begriff in Deutschland verstanden wird. Es sind größtenteils Erwachsene, die sich in der Rolle des Tomboys wohl fühlen.
30 Porträts und Fotos aus dem Alltag von Tomboys werden abwechselnd gezeigt mit Texten, vor allem Auszügen aus Chatgesprächen im “Lesbian Bangkok Chat” – darin kommen Vertreter_innen der thailändischen und internationalen Szene zu Wort und verhindern damit eindimensionale Sichtweisen:
“… it may seem similar, in the bedroom it is NOT anything like what we know. […]
you are a tom if: 1) you bind your breasts every time you leave the house, so not any bit of shape is seen under your (large and baggy) shirt…”

Mit Musik von Soundscout Naromatherapie

Link zur Veranstaltung auf Facebook

Die Fotos sind vom 30.10. bis 30.11. zu sehen.

september

25. september // get together! // we meet: Propellas, Caramba!Records, nevertrustcockrock.

get together! // we meet: Propellas // Caramba!Records // Never Trust Cock Rock

Die Vernetzung von Frauen im Leipziger Kulturbetrieb begann mit Propellas. Dieses Netzwerk von DJ´s, Produzentinnen und Organisatorinnen supportete Frauen in der Musikbranche durch eigene Partys und diskutierte über Frauen im Popbusiness und deren Musik, die auch in der Radiosendung Dauerwelle vorgestellt wurde. Das Netzwerk Caramba!Records brachte dann die antisexistischen Ansprüche rein in die Clubs. Bis heute haben sie zahlreiche Partys organisiert, um female DJ´s an die Plattenspieler zu holen. Ganz frisch im Leipziger Kulturbetrieb ist das Magazin und Blog Never Trust Cock Rock, das Artikel von und über female DJ`s, Organisatori*nnen und Produzent*innen der elektronischen Musikszene auf einem Blog repräsentiert. Hier werden neben Podcasts auch Interviews mit Musiker*innen gepostet.
Die dritte Veranstaltung in der Reihe get together! steht im Zeichen des Networkings von Frauen im Leipziger Kulturbetrieb. Mit dem Anspruch, dass female DJ´s, Organisatorinnen und Produzentinnen sichtbarer werden, sind diese drei Netzwerke in der (elektronischen) Musikszene aktiv. Gemeinsam ist ihnen die Kritik, dass Frauen oft weniger gebucht werden als ihre männlichen Kollegen, und beim Gig häufiger sexistischen Vorurteilen ausgesetzt sind. Die selbst organisierten Partys supporten Frauen in der Musik, der Legitimationsdruck wird abgebaut und nicht zuletzt bekommen auch die Besucherinnen weibliche Vorbilder, die mit gängigen Rollenklischees brechen. Die Veranstaltung fragt nach den Erfahrungen der drei Netzwerke und diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen von female Networks.

Caramba!Records bei facebook
und bei myspace

never trust cock rock

august

07. august // Abschied in die Sommerpause mit schöner Musik, Plausch und Frozzen Margarita

Kommt gern vorbei an einem weiteren dieser lauen Sommerabende zum plauschen, entspannen und zurücklehnen. Danach bleibt die Joseph_ine bis zum 11. September zu, an dem wir mit einem offenen Plenums- und Kneipenabend wieder zurück sind.

Juli

3. juli //offener Tresenabend ab 20 Uhr

10. juli // get together! // we meet: Ladyfest

10 Jahre Ladyfest in Leipzig: Die große Umschau in der Joseph_ine

Vor genau 10 Jahren gab es das erste Ladyfest in Leipzig – ein Grund für uns, dem Format Ladyfest endlich einen größeren Rahmen zu widmen. Bis heute gab es schon vier weitere Ladyfeste in Leipzig, die ähnlich der amerikanischen Vorbilder aus der Subkultur entstanden sind und nach dem DIY-Prinzip queer/feministische Inhalte aufs Tableau gebracht haben. Die Form Ladyfest – ein emanzipatorischer Ausnahmezustand mit Workshops, Vorträgen, Konzerten und Partys – hat neue und offene Möglichkeiten geschaffen, geschlechtliche Identitätszuschreibungen zu verhandeln. Die Thematisierung von sexistischen Strukturen innerhalb der Musikszene oder die Vermittlung von Know-How in von Männern dominierten Bereichen waren für alle Feste wichtig; und natürlich der Spaß, der bei dem ganzen Empowerment und Netzwerken nicht zu kurz kam.

Diesmal sind bei get together! vier Vertreter_innen der drei Ladyfest-Combos eingeladen, die uns von ihren Erfahrungen berichten werden. Das ganze wird in einer Umschau präsentiert, die nach der Motivation der Vertreter_innen fragt, nach den Zielen, dem Konzept und dem Selbstverständnis. Wir kramen nach den Ankündigungstexten, Postern und Programmen, um zu schauen: Was hat sich verändert? Was sind die Schnittstellen der 5 verschiedenen Ladyfeste, die von unterschiedlichen Combos initiiert wurden? Und ist das Format nach den ganzen Jahren noch aktuell? Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch mit denen, die an Ladyfesten beteiligt waren und allen, die neugierig interessiert sind.

17. juli //Gesprächskreis Polyamorie ab 20 Uhr

Veranstalterin: linXXnet e.V.

Vernetzungstreffen QQ-Amory (QueerQuestioning-Amory)

Der Begriff und das Konzept PolyAmory ist umstritten – Offene / komplexe bzw. Mehrfach-Beziehungen sind dagegen gelebte Praxis. Wir laden Praktizierende und am Thema interessierte zu einem ersten Gesprächskreis ein. Dabei können wir darüber diskutieren, ob wir einen „Ort“ bzw. eine lokale Plattform brauchen, um über unsere Lebensweise theoretisch zu reflektieren, über unsere Beziehungen zu reden und die Öffentlichkeit über nicht normative Beziehungsmodelle zu informieren.

24. juli // offener Tresenabend ab 20 uhr

offenes Programm-Plenum ab 21 uhr

31. juli // film // nobody passes perfectly

(2009, englisch mit englischen Untertiteln)

Ein Film über den Prozess der Definition und Änderung geschlechtlicher
Identität. Er erzählt aus dem Leben zweier Personen und bietet einen
persönlichen, emotionalen und humoristischen Blick auf Transitioning.

Juni

5. juni // leseabend

im warmen licht der deckenschirme des abends zusammen sitzen /
die getränke sind kühl, die luft ist warm /
wer grad mag liest etwas mitgebrachtes vor /
nachdem die anderen gelauscht haben entspinnt sich ein gespräch oder auch nicht /
zwischen dem gelesenen kommt musik und geschwatz auf, bis wieder wer was liest /

romanauszug, zeitungsartikel, theorietext // gelesen, geteilt, nachgefragt, besprochen /

12. juni // We meet: „Do it Herself. Frauen und Technik!“ // 20 uhr
die erste Veranstaltung in der Reihe
get together! Queer/feministische Projekte stellen sich vor

Das Leipziger Projekt Do It Herself ist das erste in der Reihe get together! das uns von ihren Erfahrungen berichten wird. Die Do It´s gründeten sich 2008 mit dem Ziel, Gleichberechtigung im Musikbusiness, wo nach wie vor geschlechtliche Hierarchien reproduziert werden, zu fördern. Durch zahlreiche Workshops in DJing, VJing, Tontechnik, Musikproduktion, Grafik und Webdesign wurden Wissen weitergegeben und Frauen supported. Nebenbei veranstalteten sie einige Partys und vernetzten sich mit anderen Projekten, wie caramba!records aus Leipzig und electricdress aus Potsdam. Das von vielen geschätzte Projekt ist nun seit zwei Jahren verschwunden und hat eine Lücke hinterlassen: Am 12.6. werden wir deswegen in der Joseph_ine nachfragen, was der Auslöser für das Projekt war, was sich durch das Projekt verändert hat und warum es nicht weiterging. Außerdem wollen wir die Crew nach ihren Erfahrungen im (Leipziger) Musikbetrieb fragen und sie zu ihrer Einschätzung der derzeitigen Lage von Geschlechterverhältnissen in diesem Business interviewen.
doitherself.supergiro.de

19. juni // offener tresenabend ab 20 uhr

joseph_ine-programm-plenum ab 21 uhr
> >>für vorschläge, anfragen, nachfragen offen

26. juni // film // „(a)sexual“

(a)sexual // usa / 2011 / R.: angela tucker / englischer originalton

Facing a sex obsessed culture, a mountain of stereotypes and misconceptions, and a lack of social or scientific research, asexuals – people who experience no sexual attraction – struggle to claim their identity.

trailer on youtube

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Mai

1. mai // musiktauschabend

8.mai // film // „shinjuku-boys“

Shinjuku Boys (1995, Englisch, englische Untertitel möglich)

Shinjuku Boys spielt in Japan, genauer: in Tokyo, wo drei Entertainern des Nachtlebens in den Club Marilyn gefolgt wird. Gaish, Tatsu und Kazuki arbeiten als eine Art Gigolo. Ihr Job ist es, den heterosexuellen Ladies einen angenehmen Abend zu bereiten, teils in der Illusion von liebevoller Zuneigung, teils mit eher einfachen Komplimenten via Karaoke-Song. Die drei sind Boys, so legt der Titel nahe, aber eigentlich sind sie in ihrer Identität verschieden, transgender, transsexuell oder nicht festgelegt. In der Doku interviewen die beiden Regisseurinnen Kim Longinotto und Jano Williams die drei Protagonist en immer wieder; die Zuschauer innen erleben die relativ klaren und festen Bedingungen des Jobs, hören überfällige Entschuldigungen der Mutter, sehen Tatsu mit der Partnerin einkaufen gehen. Was sich trivial anhört, gestaltet sich in der leider nur knapp einstündigen Doku als äußerst spannender Einblick in die individuelle Verhandlung von Geschlecht und Identität.

15.mai // offener tresenabend ab 20 uhr

joseph_ine-programm-plenum ab 21 uhr
> für vorschläge, anfragen, nachfragen offen

22.mai // workshop // Beginn 19 uhr

Der Workshop wird als geschlossene Veranstaltung in den Bäckerei-Räumen stattfinden. Für Fragen und Anmeldungen meldet euch daher bitte vorher per Mail unter joseph_ine.le@riseup.net

DON’T REBUFF YOUR WAY TO HAPPINESS: A WORKSHOP ON “SAYING NO”

A very practical workshop to learn strategies to effectively communicate what you want (and understanding what you want), to learn strategies for expressing disagreement in a positive and constructive way, learning to say “no” with or without providing justifications. Can we honestly say, about ourselves, that we say “no” on every occasion that we should? Hmmm, maybe not. Saying “no” is important, actually it’s vital, but saying “no” in the right situation can be very difficult. There are several mechanisms which make “saying no” quite difficult, like fear of rejection or retaliation, peer pressure, or even an entangled bundle of possible cultural reasons linked to expressing disagreement. We will look at issues such as how the dynamics can affect the negotiation process and the problem of being part of a small group and how being part of one can affect your ability to say no.

ANN ANTIDOTE is an autodidact DIY artist, active in the fields of bondage, film making and performance art. She has been active in the promotion of polyamorous, queer and sex-positive lifestyles as respect-deserving options.

Im Workshop wird sowohl englisch als auch deutsch gesprochen, eine Teilnahme mit schlechten oder keinen Englisch-Kenntnissen ist kein Problem.

29.mai // offener tresenabend ab 20 uhr

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April

03. april // ab 20 uhr offener tresenabend

10. april // film // „the aggressives“ // offen ab 20uhr – film ab 20:30uhr

Die Doku ist in New York entstanden und portraitiert Bio-Frauen of Colour, die eine männliche Gender-Performance ausleben. In einer eigenen Szene zelebrieren sie ihre Aneignung von männlichen Rollenklischees in Bühnen-Wettbewerben und arbeiten sich dabei z.B. an den Männlichkeitsbildern im HipHop ab.

film-review

Der Film läuft im englischen Originalton mit englischen Untertiteln.

17. april // offener tresenabend ab 20 uhr

joseph_ine-programm-plenum ab 21 uhr
> für vorschläge, anfragen, nachfragen offen

24. april // film // „ich bin meine eigene frau“

regie: rosa von praunheim / D 1992

filmbeschreibung

zur person von charlotte von mahlsdorf

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März

06. märz // ab 20 uhr Kneipenabend

13. märz // 20 uhr // Stencils bauen

die idee ist, den abend bastelnderweise zu verbringen und sich mit schablonen-graffiti zu beschäftigen. wer verschiedene materialien und gestaltungsweisen mit ausprobieren möchte, sollte neben experimentierfreude auch ein paar dinge mitbringen.

  • als material für die schablone selbst geht eine feste, starke folie gut, sehr zu empfehlen sind röntgenbilder, wenn auch schwer aufzutreiben
  • ein scharfes skalpell oder ähnliches ist wichtig
  • vorlagen können per scherenschnitt entstehen oder schwarz/weiß-ausdrucke sein. wer am abend noch aufm compi rumfeilen mag, kann es auch vor ort ausdrucken
  • wenn einiges entsteht kann es ja auch gleich am abend ausprobiert werden, aber vielleicht nicht direkt vor der tür…

    20. märz // 20 uhr // musiktauschabend

    wir möchten mal wieder zum vergnüglichen musik hören und tauschen einladen. bringt doch irgendwas mit wo musik drauf ist, gern auch nen laptop, vielleicht kriegen wir ein kleines intranet zum rumtauschen hin.

    27. märz // 20 uhr // zines – werden präsentiert und liegen zum stöbern rum

    bis dahin werden wir eine kleine zine-bibliothek eingerichtet haben, in der ab nun dutzende von kopierten zines zu queer/feministischen themen in der bäckerei zum entdecken und schmökern einladen sollen. am heutigen abend werden 2 freundinnen des mediums einige ausgesuchte zines vorstellen und daraus lesen. drum herum gibts musik, sofaecke, knabberzeugs und jede menge zines.
    wer schon vorher schmökern möchte – hunderte von queeren zines gibt es online im queer zine archive.
    wir freuen uns auch, wenn ihr eigene zines vorbeibringt.
    hier noch ein link zu einem schönen how to make a zine video

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    Februar

    06. februar //lesung // Sieglinde Helmsdorf “Ich hatte vier Mütter, drei Väter … und dazwischen war Haus Sonnenschein”

    Sieglinde Helmsdorf (geb. 1937), geriet bereits in früher Kindheit in das NS-“Fürsorge”-System. Ihre Eltern wurden im nationalsozialistischen Deutschland als “Asoziale” verfolgt, der Vater im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet. Ihre Mutter brachte man zunächst in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, später nach Auschwitz, wo sie ebenfalls ums Leben kam.
    Sieglinde Helmsdorf wuchs in Kinderheimen und Pflegefamilien auf, wo man sie als “Sträflingsgöre” und “Verbrecherkind” diskriminierte und ausgrenzte. Das Stigma “asozial” wurde sie auch in der DDR nicht los. Heute engagiert sie sich u.a. in der Lagergemeinschaft/ Freundeskreis Ravensbrück und im ehem. KZ Sachsenburg.

    Ihre Erlebnisse hat Sieglinde Helmsdorf in einem Buch mit dem Titel “Ich hatte vier Mütter, drei Väter … und dazwischen war Haus Sonnenschein” verarbeitet. Darin schildert sie vor allem ihre Kindheit im Nationalsozialismus, aber auch ihren weiteren Werdegang in der DDR. Das Buch kann gegen eine Spende erworben werden.

    Trigger-Warnung: die Autorin hat im Laufe ihres Lebens vielfache (auch sexualisierte) Gewalterfahrungen gemacht, über die sie während der Lesung auch sprechen bzw. entsprechende Passagen lesen wird.

    13. februar // audiobeitrag // Laurie Penny – Fleischmarkt

    Wir danken den Macherinnen von „tipkin – Radiosendung für Queer Politics, Popfeminismus und Alltagsschrott“, dass sie uns ihren Beitrag zur Verfügung stellen. Zu hören sind Ausschnitte der Lesung von Laurie Penny aus ihrem Buch Fleischmarkt, die im Oktober in der MonaLiesa stattfand.

    20. februar // Kneipenabend

    27. februar // Nähabend

    am 27.02.13 ab 20 Uhr ist Nähabend in der Joseph_ine.
    Motto Vulven in all ihren schönen Farben und Formen.
    Bringt gerne Stoffe in den schönsten Farben mit (z.B. Lila, Rosa, Beige, Braun, Pink),
    etwas zum füllen (Füllwatte, alte Stoffe, Kirschkerne etc.),
    Perlen (wir wollen doch die Clit besonders schön gestalten ;-) ) und Nähzeug mit.
    Ein bisschen Material ist auch vor Ort und kann gern gegen kl. Spende mitbenutzt werden.

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    Januar

    9. januar // plenum 19 uhr // queerfem-lokal 21 uhr

    16. januar // queerfem-lokal

    23. januar // joseph_ine bleibt zu und geht ins kino!
    >> http://www.kinobar-leipzig.de/queerfilms/

    30. januar // film // „the uprising“
    Der Film von Jon Avnet erzählt vom Aufstand im Warschauer Ghetto.

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    Dezember

    19. dezember // joseph_ine bleibt geschlossen!!!

    12. dezember // film „Die Frauen von Ravensbrück“ // offen ab 20 uhr – film ab 21 uhr

    “Die Frauen von Ravensbrück” / Dokumentarfilm von Loretta Walz. BRD 2005, 90 min

    “Solidarität war das einzige, was wir hatten”, erinnert sich eine der Frauen von Ravensbrück, dem größten Frauenkonzentrationslager in der Zeit des Nationalsozialismus. Für ihre Dokumentation hat sich Loretta Walz Geschichten aus dem Innenleben dieses Lagers erzählen lassen. Rund 200 Überlebende hat die Filmemacherin in mehr als 20 Jahren vor der Kamera interviewt, hat dafür 15 west- und osteuropäische Länder bereist. 48 dieser Frauen kommen in dem Film zu Wort. Sie erzählen von der entwürdigenden Ankunft, dem Zählappell und der Zwangsarbeit, von Sterilisation, medizinischen Experimenten und vom Hunger. Kombiniert mit wenigen historischen Aufnahmen, zeichnen die Erinnerungen ein eindringliches, ein intensives Bild vom Alltag der Frauen von Ravensbrück.

    5. dezember // lese-abend // ab 20 uhr

    gemeinsam den abend verbringen
    mit warmen und wärmenden getränken und geteilten lesehäppchen
    einander vorlesen und zuhören

    den artikel neulich auf dem blog über den du gern noch reden magst,
    die gelungene stelle aus dem letzten roman,
    der beschissene artikel aus der tageszeitung über den du dich so geärgert hast

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    November

    28. november // plenum // 18 uhr

    28. november // film // offen ab 20 uhr – film ab 21 uhr

    Film: “Yes, We are” / Deutschland/Polen 2011, 69 min
    Regie: Magda Wystub und Katrina Schaffer

    Die Filmemacherin Magda Wystub will feministisch-lesbische Frauen in ihren politischen und sozialen Kämpfen stärken und ihren alltäglichen Kampf um Anerkennung dokumentieren. Für das engagierte Filmprojekt hat die in Berlin lebende Regisseurin ein kleines Team zusammengestellt und elf Frauen in verschiedenen polnischen Städten mit der Kamera begleitet.

    Der Film richtet die Aufmerksamkeit bewusst auf emanzipatorisch denkende Lesben und die Vielfalt ihrer Strategien, sich in einer homophoben Umgebung zu behaupten. Die vielschichtigen Empfindungen und Analysen sowie der heterogene Alltag der Protagonistinnen vermitteln dabei gleichzeitig einen breiten Einblick in das allgemeine politische Klima sowie die gesellschaftlichen Umbrüche in Polen. Somit ist der Film auch als eine Einladung zu verstehen, sich dieses inmitten von Transformationsprozessen befindende Land einmal genauer anzuschauen. Ein Land, dessen Grenze zwar nur 80 km östlich der deutschen Hauptstadt verläuft, doch für die meisten hierzulande nach wie vor irgendwie weit weg im Osten zu liegen scheint.

    Porträtiert wird die vielfältige Lesbenszene Polens, darunter die bekannte feministische Radio-Journalistin Anna Laszuk (die sich vor einigen Jahren als zweite Frau in Polen öffentlich geoutet hat), politische Aktivistinnen wie die Gruppe »kvir sfera«, die das queer-feministische Zentrum in Warszawa eröffnet hat und nicht zuletzt zwei ältere Aktivistinnen, die über die Anfänge der Lesbenbewegung in den 1990ern sprechen. Der Film ist die erste deutsche Produktion, die sich ausschließlich mit lesbischen Lebensentwürfen in Polen, Widerstandsformen und den damit verbundenen Problemen auseinandersetzt.

    21. november // Lesung aus „Ricardas Tochter“ // mit Jutta Schwerin // 19 uhr

    Als hoffnungsvolle Studierende am Dessauer Bauhaus lernen sie sich kennen: Ricarda und Heinz, die Eltern von Jutta Schwerin – und geraten schon bald in den Strudel der weltgeschichtlichen Ereignisse: Das Bauhaus wird als »verjudete Brutstätte des Bolschewismus« von den Nazis geschlossen, Heinz auf seiner nächsten Lebensstation in Frankfurt von der SA verhaftet. Nach geglückter Flucht müssen sich die beiden in Jerusalem eine neue Existenz aufbauen. Als ihre Tochter sieben Jahre alt ist, stirbt Heinz bei einem Einsatz der Hagana.

    »Meine Mutter und ich hatten eine unglückliche Liebesgeschichte miteinander.« Auf der Suche nach dem, was ihre Mutter geprägt hat, begibt sich Jutta Schwerin tief hinein in eine Familiengeschichte voller Ambivalenzen und offener Fragen. Und auch ihr eigenes Leben hält dramatische Wendungen parat: große Lieben, Kinder, Abschiede, Neuanfänge – und Begegnungen mit eindrucksvollen Persönlichkeiten wie David Ben-Gurion, der Fotografin Ellen Auerbach, der Journalistin Charlotte Beradt und Hannah Arendts Mann Heinrich Blücher. Sie erzählt von Menschen, die sich wie sie politisch engagieren, sei es in der kommunistischen Jugend, im SDS, in der Frauenbewegung, in der Kommunalpolitik oder als Bundestagabgeordnete der Grünen. So bilden ihre Erinnerungen nicht nur eine Annäherung an die Eltern, sondern eine Hommage an widerständige Charaktere, die wissen, wann es an der Zeit ist, »nein« zu sagen. Jutta Schwerin erzählt in klaren Bögen, unsentimental, aber voller Empathie von dem, was das Leben ausmacht. Ob nun in Abgrenzung zur Mutter oder in der Fortsetzung ihrer Ideale und ihres selbstbestimmten Weges, eins bleibt sie immer: Ricardas Tochter.

    (coop von Drift, joseph_ine, outside the box)

    14. november // „das patriarchat ist tot, es lebe das patriarchat?!“ // Referentin: Korinna Linkerhand (meine frauengruppe) // 2o uhr

    Dass die Rede vom Patriarchat gegenstandslos geworden sei, ist eine gängige Diagnose von gesellschaftskritischer und auch genderbewegter Seite, die angesichts der mittlerweile umfassenden Gleichstellung der Frau in der westlichen Hemisphäre auf der Hand zu liegen scheint: Frauen seien berufstätig, selbstbestimmt und obendrein Kanzlerin, eine Vielfalt von Lebensentwürfen stünden ihnen zur Verfügung und vorm Kapital seien sowieso alle gleich.
    Doch nach wie vor ist Geschlecht ein nicht wegzudenkendes Strukturprinzip der Gesellschaft: Menschen werden wie eh und je in Männer und Frauen unterteilt und zu solchen sozialisiert. Das Patriarchat als Analysekategorie vor allem der Zweiten Frauenbewegung bezeichnet die Herrschaft von Männern bzw. – unter den Vorzeichen einer abstrakten Vergesellschaftung – eines männlichen Prinzips, wie sie innerster Bestandteil nicht nur der abendländischen Kultur ist. Sollte das Geschlechterverhältnis nun plötzlich nicht mehr herrschaftlich verfasst sein? Fördert die Leugnung eines patriarchalen Gefälles in der Gesellschaft nicht letztlich das ungebrochene Fortwirken der patriarchalen Ideologie – wirft es nicht vor allem Frauen mit ihrer Vielzahl an geschlechterspezifischen Problemen, die sie ihrer Sozialisation verdanken, in die Vereinzelung zurück, wenn wir aufhören, die Besonderheiten weiblicher Subjektbildung zu analysieren und zu kritisieren?

    7. november // queerfem-lokal // 20 uhr